Eine teure Abhängigkeit
Ein ERP ist stark, solange es seine Aufgabe erfüllt. Kritisch wird es, wenn es alles können soll. Viele Unternehmen versuchen, immer mehr Spezialprozesse ins zentrale System zu packen. Am Anfang wirkt das logisch: ein System, eine Datenbasis, volle Kontrolle. Hier liegt der Denkfehler.
Alles in einem System ist nicht automatisch effizient. Was kurzfristig praktisch wirkt, kann langfristig teuer werden. Fachlogik wird im falschen System vergraben, Änderungen werden aufwendig, Prozesse sind unnötig kompliziert und Updates werden riskanter.
Das ERP ist nicht der Gegner. Es wird erst dann zum Risiko, wenn es Aufgaben übernehmen muss, für die es nie gebaut wurde. Jede Sonderlogik, die ins ERP wandert, ist eine Anpassung, die bei jedem Update erneut getestet, gewartet und bezahlt werden muss. So wird aus der gewünschten Flexibilität Schritt für Schritt eine teure Abhängigkeit.