Seit 1997 unterstützt Gertsch Consulting & Mode Vision Unternehmen der Bekleidungsindustrie bei der Digitalisierung ihrer Geschäfts- und Produktionsprozesse. Mit der Plattform «pod Pattern on Demand®» verbindet das Unternehmen Branchenexpertise mit Lösungen für Made to Measure, Mass Customization und Fashion on Demand. Im Mittelpunkt stehen Innovation, Praxisnähe sowie nachhaltige Produktions und Geschäftsmodelle.
Individuelle Software für individuelle Modeprozesse
Hallo Stefan, Du beschäftigst Dich schon lange mit Individualisierung in der Modebranche. Was hat Dich ursprünglich an diesem Thema fasziniert?
Mich hat schon früh die Frage beschäftigt, weshalb die Modebranche Produkte auf Vorrat produziert, ohne zu wissen, ob sie tatsächlich verkauft werden. Für mich war klar, dass eine Produktion auf Vermutung langfristig weder wirtschaftlich noch nachhaltig sein kann.
Die Individualisierung bietet einen anderen Ansatz: Produziert wird erst dann, wenn ein konkreter Kundenauftrag vorliegt. Dadurch lassen sich Überproduktion, Lagerbestände und Ressourcenverschwendung reduzieren. Diese Verbindung von Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Kundennutzen fasziniert mich bis heute.
Was ist «pod Pattern on Demand®» und welche Rolle spielte soxes bei der Entwicklung der Software?
«pod Pattern on Demand®» ist eine Softwareplattform für die digitale und automatisierte Abwicklung individualisierter Bekleidung. Sie verbindet Konfiguratoren, CAD, ERP-Systeme und Produktionsprozesse zu einer durchgängigen Prozesskette.
Mit zunehmendem Erfolg der Plattform suchte ich einen Entwicklungspartner, der die technische Weiterentwicklung professionell übernehmen und langfristig sicherstellen konnte. Mit soxes konnte das Entwicklungswissen auf mehrere Spezialisten verteilt werden. Gleichzeitig entstand ein starkes Team, das die Software kontinuierlich weiterentwickelt.
Stefan Gertsch, Gertsch Consulting & Mode Vision
Was macht «pod» aus Deiner Sicht besonders im Vergleich zu klassischen Lösungen in der Modeproduktion?
«pod Pattern on Demand®» verbindet Online-Konfigurator, CAD-System und Produktionsplanung zu einem durchgängigen digitalen Prozess. Die Daten fliessen vom Kundenauftrag über die Schnitterstellung bis zur Produktion automatisch durch die gesamte Kette, ohne mehrfache Erfassung oder manuelle Übertragung. Das reduziert Fehler, spart Zeit und macht individualisierte Produkte wirtschaftlich produzierbar.
Welche Prozesse konnten durch «pod» automatisiert, vereinfacht oder zuverlässiger gemacht werden?
Viele Arbeitsschritte laufen heute automatisch, die früher manuell erledigt wurden. Dazu gehören die Erstellung individueller Schnittmuster auf Basis der Bestellung, die Generierung von Schnittlagenbildern und die Bereitstellung der Produktionsdaten für den Zuschnitt. Früher mussten Informationen zwischen Systemen übertragen oder mehrfach erfasst werden. Heute ist das standardisiert. Das erhöht die Prozesssicherheit und macht auch steigende Auftragszahlen zuverlässig abwickelbar.
Rund 15 Jahre arbeitest Du mit soxes zusammen. Woran denkst Du, wenn Du an den Anfang zurückblickst?
Ich erinnere mich vor allem an die Suche nach dem richtigen Partner für die Entwicklung unseres ersten Konfigurators. Ich hatte verschiedene Unternehmen kontaktiert, Gespräche geführt und Angebote eingeholt.
Bereits bei meinem ersten Besuch bei soxes hatte ich ein besonderes Gefühl. Ich wurde ernst genommen, meine Ideen wurden verstanden und man hat sich intensiv mit meinen Anforderungen auseinandergesetzt. Statt mir eine Standardlösung zu präsentieren, wollte man verstehen, was ich wirklich erreichen wollte.
Stefan Gertsch, Gertsch Consulting & Mode Vision
Wie hast Du die Zusammenarbeit zwischen Deinem Branchenwissen und der technischen Umsetzung durch soxes erlebt?
Die Zusammenarbeit war immer sehr partnerschaftlich und konstruktiv. Da ich selbst früher in der Softwareentwicklung tätig war, konnte ich die Anforderungen aus der Bekleidungsbranche fachlich und technisch nachvollziehbar vermitteln. Das hat die Kommunikation deutlich erleichtert.
Ich habe dem soxes Team bewusst Freiraum gelassen, eigene Ideen einzubringen. Gerade aus dieser Kombination von Branchenwissen und technischer Expertise sind über die Jahre sehr praxisnahe Lösungen entstanden.
Gibt es einen Moment aus der Zusammenarbeit, der Dir besonders positiv in Erinnerung geblieben ist?
Besonders gerne erinnere ich mich an meine Besuche in Vietnam sowie an die Aufenthalte der soxes-Mitarbeitenden in der Schweiz. Diese Treffen haben viel zum gegenseitigen Verständnis und Vertrauen beigetragen. Über die Jahre ist dadurch weit mehr entstanden als eine reine Geschäftsbeziehung.
Was waren die grössten Herausforderungen während der Zusammenarbeit, und wie hast Du diese gemeistert?
Die grösste Herausforderung war über all die Jahre die Finanzierung der kontinuierlichen Weiterentwicklung. Bei einer spezialisierten Plattform wie «pod Pattern on Demand®» sind langfristige Investitionen nötig. Für mich war immer klar: Stillstand bedeutet Rückschritt. Deshalb habe ich einen grossen Teil der Erträge wieder in die Weiterentwicklung investiert.
Dabei habe ich bewusst einen anderen Weg gewählt als viele heutige Startups. Mir war es nie wichtig, zuerst Kapital einzusammeln und anschliessend zu versprechen, was eines Tages möglich sein könnte. Ich wollte Lösungen entwickeln, die in der Praxis funktionieren und deren Nutzen ich belegen kann. Rückblickend hat sich diese langfristige Strategie ausbezahlt.
Welche Vorteile entstehen, wenn ein Entwicklungspartner die Lösung, die Prozesse und die fachlichen Zusammenhänge über viele Jahre kennt?
Der grösste Vorteil liegt darin, dass über die Jahre ein tiefes gemeinsames Verständnis entstanden ist. Nicht nur für die Software selbst, sondern auch für die dahinterliegenden Geschäftsprozesse und die Besonderheiten der Bekleidungsindustrie.
Welche Themen und Schritte möchtest Du in Zukunft mit soxes weiter vorantreiben?
Auch nach 15 Jahren sehe ich noch grosses Potenzial für die Weiterentwicklung unserer Plattform. Ein wichtiges Zukunftsthema ist für mich die sinnvolle Integration von Künstlicher Intelligenz. Dabei geht es nicht darum, KI um ihrer selbst willen einzusetzen, sondern dort, wo sie echten Mehrwert für Anwender und Prozesse schafft.
Darüber hinaus möchten wir die Prozess- und Geschäftslogiken innerhalb der Plattform weiter ausbauen. Ebenso wichtig ist für mich die langfristige Sicherstellung von Knowhow, Support und Weiterentwicklung. Durch die enge Zusammenarbeit mit soxes verfügen wir heute über ein starkes Team, das die Plattform, die Prozesse und die Bedürfnisse unserer Kunden kennt.
Wie würdest Du soxes als Partner für Softwarelösungen und die Kooperation mit anderen Unternehmen empfehlen?
Ich kann soxes uneingeschränkt als Entwicklungspartner empfehlen. Besonders schätze ich die offene und ehrliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Ideen werden diskutiert, Herausforderungen gemeinsam angegangen und Lösungen mit Blick auf den langfristigen Erfolg entwickelt.
Für Unternehmen, die einen Partner suchen, der zuhört, mitdenkt und langfristig Verantwortung übernimmt, ist soxes aus meiner Sicht eine ausgezeichnete Wahl. Unsere mittlerweile 15-jährige Zusammenarbeit spricht dabei für sich selbst.