KI ist in aller Munde. Digitalisierung sowieso. Aber was bedeutet das konkret für ein KMU, das einfach gute Arbeit leisten will, ohne sich in Hype-Versprechen zu verlieren? Patrick Büchler, CEO von soxes, spricht offen darüber, was heute wirklich zählt, wo KI ihren Platz hat und warum solide Grundlagen immer noch mehr wert sind als jeder Technologietrend.
KI wird als Wundermittel überschätzt und als Werkzeug unterschätzt
Welche IT-Entwicklungen prägen den Erfolg von KMU?
Die durchgängige Prozessdigitalisierung bleibt entscheidend. D.h. Medienbrüche vermeiden, Abläufe vernetzen und mit digitalen Zusatzdiensten echten Mehrwert schaffen. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine Rolle, wo sie sinnvoll eingesetzt wird. Nämlich dort, wo Unternehmen über die passenden Daten verfügen und dadurch spürbare Effizienz gewinnen.
Welche IT-Themen und Innovationen stehen bei der soxes im Fokus?
Wir wollen weniger reden und mehr umsetzen. Deshalb investieren wir intern in unsere Entwicklungsplattform, damit wir Projekte stabiler und effizienter umsetzen können. Ausserdem nutzen wir KI dort, wo sie uns und unseren Kunden bei Automatisierung, Code-Qualität und smarten Prozessen unterstützt. So entstehen digitale Services, die echten Nutzen im Tagesgeschäft bringen.
Welche KI-Fragen bewegen unsere Kunden aktuell?
Viele KMU fragen sich: Wie kann ich KI konkret einsetzen? Wo entsteht für mich und meine Kunden echter Mehrwert? Habe ich die Daten, um damit zu arbeiten? Wenn nicht, wie baue ich sie auf? Der Hype ist vorbei, jetzt geht es darum, praxisnahe Anwendungen zu schaffen, die Prozesse wirklich verbessern statt nur faszinieren
Digitalisierung, Transformation, Automatisierung: Was hat sich seit in den letzten Jahren verändert und wo stehen KMU heute?
Die letzten Jahre haben zwei klare Entwicklungen gebracht: Einerseits ist KI stark in den Fokus gerückt. Andererseits steigt der Druck zur Digitalisierung weiter. Nach der Pandemie blieb der grosse Aufschwung aus, viele KMU kämpfen mit alternden Systemen und müssen nun handeln. Parallel bietet KI neue Chancen, wenn sie als Unterstützung und nicht als Ersatz verstanden wird. Erfolgreiche Anwendungen entstehen dort, wo Prozesse klar definiert, Daten solide und Ziele realistisch sind. Wer hingegen glaubt, Menschen ersetzen zu können, scheitert meist an der Komplexität. KI ist ein Werkzeug und kein Wundermittel. Entscheidend bleibt, sie sinnvoll in gut dokumentierte, strukturierte Abläufe zu integrieren und so echte Entlastung und Mehrwert zu schaffen.
Software ist wegen KI bald kostenlos!
Das ist ein grosser Irrtum, den wir in letzter Zeit immer öfter hören. Ja – KI kann Code schreiben. Aber wie verlässlich sind diese Lösungen am Ende?
Unser CEO Patrick ordnet dieses Thema ein und erläutert warum und wie wir bewusst Künstliche Intelligenz in unseren Projekten einbringen, damit der Kunde am Ende an Effizienz gewinnt!
Was sollten KMU nicht tun, wenn sie digital erfolgreich sein wollen?
Das grösste Risiko ist, heute Geld in KI-Projekte zu stecken, ohne zu wissen, was sie leisten können und was nicht. Viele Anbieter versprechen, Prozesse mit KI-Prototypen schnell zu lösen. Doch oft fehlen Grundlagen und Projekte werden teuer, bevor sie Nutzen bringen. Das endet oft ergebnislos. Mein Rat: Erst die Basis modernisieren, Datenqualität sichern, Strategien schärfen. Dann über KI sprechen. Ob Machine Learning oder LLM spielt erst danach eine Rolle. KI ist nicht gleich KI: Entscheidend ist der passende Einsatz, abgestützt auf Daten, Verständnis und klare Ziele. Nur so entstehen nachhaltige, wertvolle Lösungen statt kurzfristiger Experimente.
Welcher einzelne Trend oder welche Entwicklung wird unserer Meinung nach am meisten überschätzt – und welcher wird unterschätzt?
Absurderweise ist meine Antwort für beides KI. Sie wird massiv überschätzt, wenn man glaubt, sie könne jedes Problem lösen. Doch sie wird unterschätzt, wenn sie gezielt eingesetzt wird. Weg von «allwissenden Bots» wie ChatGPT und Sora, hin zu praktischen datengetriebenen Anwendungen, die Menschen entlasten und Entscheidungen besser machen.
Mein Fazit
Modernisierung bestehender Systeme bleibt zentral, gerade für KMU mit gewachsenen Applikationen. Wer digital erfolgreich sein will, sollte über Value Added Services, integrierte Plattformen und eine stärkere Verbindung zwischen physischer Produktion und digitalen Lösungen nachdenken. Das hat nichts mit kurzfristigen Trends zu tun, sondern mit nachhaltiger Wettbewerbsfähigkeit. Besonders in der Schweiz ist es entscheidend, Prozesse modern und innovativ zu halten, um die eigene technologische Führungsposition langfristig zu sichern.