Digitale Trends 2026 für Dein Unternehmen

Trend 1: End to End Prozessdigitalisierung wird zur Voraussetzung für KI

Ab 2026 wird die durchgängige Digitalisierung von Geschäftsprozessen zum entscheidenden Erfolgsfaktor für den produktiven Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass KI nur dann verlässlich, skalierbar und wirtschaftlich arbeiten kann, wenn Daten konsistent, strukturiert und ohne Medienbrüche durch alle Prozessstufen fliessen.

Manuelle Zwischenschritte, isolierte Excel-Lösungen und Systembrüche verhindern belastbare Datenflüsse, verlangsamen Abläufe und machen den Einsatz von KI faktisch unmöglich. Erst vollständig digitalisierte End-to-End-Prozesse schaffen die notwendige Datenqualität, Transparenz und Automatisierbarkeit, auf der moderne KI-Anwendungen aufbauen.

Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, lassen sich sowohl die Prozessgeschwindigkeit als auch die Ergebnisqualität messbar steigern.

Die Entwicklung ist eindeutig: End-to-End-Prozessdigitalisierung wird zur strategischen Grundvoraussetzung jeder nachhaltigen KI-Initiative.

Kernvoraussetzungen

  • Prozesse sichtbar, dokumentiert und automatisiert
  • Daten konsistent, versioniert und vollständig
  • Systeme integriert statt isoliert
  • Verantwortlichkeiten klar definiert
Robert Schmuck, CTO soxes AG

Robert Schmuck, CTO soxes AG

Ohne digitale Prozessreife funktioniert KI nicht. Unternehmen unterschätzen, wie stark Abläufe das Ergebnis beeinflussen. Stabile Prozesse erzeugen stabile Intelligenz.

Trend 2: Human Augmentation macht KI erst produktiv

KI ersetzt keine Menschen. Sie macht ihre Arbeit wirksam und hilft die Produktivität zu steigern. Unternehmen erkennen 2026, dass KI nur dann Resultate liefert, wenn Menschen sie gezielt steuern, prüfen und in ihre Arbeitsabläufe einbauen. Produktivität entsteht nicht durch automatische Prozesse, sondern durch Mitarbeitende, die mit KI schneller entscheiden, klarere Informationen erhalten und weniger Zeit für Routine verlieren.

Konkrete Effekte

  • Entscheidungen werden schneller und auf Basis aktueller Daten getroffen
  • Ergebnisse werden konsistenter
  • Fachkräfte werden von Routinetätigkeiten entlastet
  • Entwicklung gewinnt Tempo durch KI-unterstützte Codegenerierung
  • Das Arbeitstempo steigt deutlich, weil Mitarbeitende mit KI schneller zu Resultaten kommen

Trend 3: Make statt Buy, weil KI individuelle Software wirtschaftlich macht

Lange galt «Buy» als Standard. 2026 zeichnet sich eine Trendwende hin zu «Make» und individueller Software ab. KI verkürzt Entwicklungszeiten deutlich, reduziert Dokumentationsaufwand und macht Integrationen einfacher. Damit wird Custom Software nicht nur realistischer, sondern wirtschaftlich attraktiver als viele SaaS-Produkte.

Unternehmen sehen zunehmend die Nachteile standardisierter Lösungen: eingeschränkte Anpassbarkeit, steigende Lizenzkosten und Abhängigkeit von Funktionsroadmaps. Individuelle Software bildet dagegen Abläufe exakt ab und wächst mit den Anforderungen.

Wesentliche Vorteile

  • Systeme passen sich Prozessen an, nicht umgekehrt
  • Unternehmen differenzieren sich durch Funktionen, die Wettbewerber nicht haben
  • Keine Lizenzmodelle und Feature-Aufpreise
  • Geringere laufende Kosten durch gezielte Weiterentwicklung
  • Code wird nachvollziehbar, wartbar und langfristig dokumentiert

Praxisbeispiel

Ein Kunde ersetzte einen SaaS-Passwortkeeper (CHF 10’000 jährliche Kosten) durch eine angepasste Open Source-Lösung. Die Erweiterung mit der KI-Lösung unterstützte bei der Erweiterung, Integrationen erfolgten schneller, und die Lösung war nach wenigen Monaten günstiger als die Lizenzkosten zuvor.

Trend 4: Kritischer Blick auf Standorte von Cloud-Diensten

Unternehmen prüfen 2026 sehr genau, wo ihre kritischen Daten liegen sollen. Datenschutz, Regulierung und der Wunsch nach mehr Kontrolle führen dazu, dass sensible Daten vermehrt in der Schweiz oder in Europa gehalten werden.

Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass lokale Datencenter nicht in allen Bereichen die technologische Breite, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit der grossen Hyperscaler abdecken können. Globale Plattformdienste, spezialisierte KI-Services, weltweite Verfügbarkeit oder stark automatisierte Entwicklungsumgebungen sind bei internationalen Anbietern meist weiter fortgeschritten.

Schweizer Datencenter punkten dafür bei direkter Kontrolle, klaren Zuständigkeiten und lokaler Compliance. Daraus entsteht ein realistischer Hybrid-Ansatz. Kritische Daten und Kernprozesse bleiben lokal oder regional. Leistungsstarke Cloud-Dienste werden dort eingesetzt, wo sie technisch oder wirtschaftlich sinnvoll sind.

Typische Zielarchitektur

  • Schweizer Rechenzentrum für sensible Unternehmensdaten
  • europäische Plattformen für skalierbare Anwendungen
  • globale Cloud-Dienste für spezialisierte Technologien

Beispiel aus Kundenprojekten

TUS betreibt sensible Daten in der Schweizer Cloud exaSys GmbH. Das reduziert Compliance Risiken, schafft Transparenz und hält Kontrolle im Land. Moderne Anwendungen bleiben flexibel, nur die Datenhaltung wird strategischer.

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Sofia Steninger, Solution Sales Manager

Sofia Steninger
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